ADHS Monitoring - führt Eltern, Lehrer und Arzt zusammen
FAQ - Häufig gestellte Fragen
Fragen zum ADHS - Monitoring Programm
Fragen zu ADS / ADHS
F
Woher bekomme ich die Beobachtungsdaten zum Eingeben in das Programm?
A
Lassen Sie sich bei der Eingabe der Beobachtungsdaten von Ihrem Gefühl leiten. Sie können sich aber auch Notizen in einem Tagebuch machen und dieses bei der Eingabe zu Hilfe nehmen. Ihre Beobachtungen sind natürlich subjektiv und ganz entscheidend von Ihrem persönlichen Eindruck geprägt. Wichtig, geben Sie die Daten im Wechsel mit Ihrem Partner ein, dadurch werden unterschiedliche Einschätzungen offensichtlich. Es geht hierbei nicht um Rechthaben und Objektivität. Seien Sie nur ehrlich sich selbst gegenüber.

Eines der wichtigsten Dinge bei der Betreuung problematischer Kindern ist die dauernde Beobachtung des kindlichen Verhaltens. ADHS - Monitoring hilft Ihnen, diese Aufgabe einfach und systematisch zu erfüllen. Das Programm versetzt Sie in die Lage, die Änderungen im Verhalten Ihres Kindes zu Hause oder in der Schule zu registrieren und unterstützt Sie und den Arzt, falls Änderungen von therapeutischen Maßnahmen anstehen. Es warnt Sie auch, falls Entwicklungen in die falsche Richtung weisen und gibt zeitig Aufschluss über notwendige Korrekturen der therapeutischen Maßnahmen

Soll das Programm Ihrem Kind eine wirkliche Hilfe sein, ist eine Kooperation aller betreuenden Personen einschließlich der(s) Lehrerin(s) notwendig. Bitten Sie die Lehrerin oder den Lehrer (bzw. die Erzieherin) um 5-10 Minuten wöchentliche Mitarbeit. Es wäre schön, wenn er einen Fragenbogen zu Ihrem Kind ausfüllen würde. Geben Sie genügend Fragebogenkopien mit und bitten Sie ihn, Ihnen jeweils einen ausgefüllten Bogen pro Woche zurückzugeben. Die Angaben kann der Lehrer auch direkt als E-Mail an Sie weiterleiten. Die Antworten tragen Sie dann ebenfalls online in das Eingabeformular ein. Ein Fragebogen wird Ihnen nach Anmeldung per E-Mail zugesandt. Sagen Sie dazu, dass es nicht mehr als 5 Minuten dauern wird, die Fragen zu beantworten. Erklären Sie, warum und wofür Sie diese Angaben brauchen. Wenn Sie/er nicht bereit ist, den Fragebogen wöchentlich auszufüllen, macht sie/er es vielleicht einmal im Monat. Auch das hilft Ihnen, über Ihr Kind informiert zu sein. Verwickeln Sie den Lehrer dabei nicht in lange Gespräche über ihr Kind und machen Sie ihm verständlich, warum Sie in Ausnahmefällen einmal pro Schuljahr ein ausführlicheres Gespräch über das Betragen und die Leistungen Ihres Kindes wünschen.

Es macht Sinn, den Verlauf über Monate zu beobachten und zu dokumentieren. Dieser Aufwand ermöglicht es Ihnen, den gemeinsamen Erfolg Ihrer Maßnahmen zu erfassen. Außerdem unterstützt es Sie dann, wachsam gegenüber sich langsam wieder einstellenden "alten" Verhaltensmustern zu bleiben.

F
Wie lange läuft die Beobachtungsphase und wie oft kann ich Daten eingeben?
A
Sinnvoll ist eine Verlaufskontrolle mindestens über einen Zeitraum von 6 - 12 Monaten. Das Recht zur Nutzung von ADHS - Monitoring und damit zur Dateneingabe haben Sie zunächst für 1/2 Jahr, danach können Sie es jeweils halbjährlich verlängern oder auch später wieder nutzen. Sinnvoll ist es, die Daten einmal wöchentlich oder 14-täglich einzugeben. Es können aber auch Pausen gemacht werden.
F
Wie bekomme ich die Diagramme in meinen Computer?
A
Die Diagramme können Sie unmittelbar nach Eingabe neuer Beobachtungsdaten ansehen, abspeichern und ausdrucken. Sie erhalten dazu ein E-Mail mit der aktuellen Adresse ihres Diagrammes. Der Link in diesem E-Mail führt Sie zu Ihrem aktuellen Diagramm. Das Diagramm erscheint im PDF - Format. Um Dokumente im PDF-Format anzuzeigen, muss der Acrobat Reader in der Version 4.0 oder höher installiert sein. Falls Sie keine oder eine frühere Version installiert haben, ist bei Adobe Acrobat Reader ein Update erhältlich
F
Können die Beobachtungsdaten meines Kindes in fremde Hände gelangen?
A
Sie geben die Beobachtungsdaten Ihres Kindes vollkommen anonym ein. Sie tragen lediglich ein zugeteiltes Kennwort und einen frei wählbaren Benutzernamen ein. Sie bekommen die Verlaufsgraphiken ebenfalls anonym und verschlüsselt per E-Mail zugesandt. Für die Auswahl des richtigen Fragebogens brauchen wir nur das Alter Ihres Kindes. Alle Daten unterliegen natürlich der ärztlichen Schweigepflicht.
F Kann ADHS verhindert werden, wenn die Erkrankung rechtzeitig erkannt wird?
A Unsere Arbeit mit Kindern beschränkt sich hauptsächlich auf den Zeitraum, nachdem bereits Probleme in der Schule aufgetreten sind und ADHS diagnostiziert wurde. Es gibt wenige Untersuchungen über die mögliche Verhinderung vom ADS durch frühe Intervention. Eine Studie, die in Israel veröffentlich wurde (Rappaport, G.C., Ornoy, A., & Tenenbaum, A. (1998). Israeli Journal of Psychiatry and Related Science, 35, 271-279), zeigt, dass ADHS normalerweise nicht vor Schuleintritt diagnostiziert wird, obwohl ADHS Symptome schon viel früher zu erkennen sind. Kliniker und Kinderpsychiater stellen nur ungern die Diagnose "ADS im Vorschulalter". Zu recht meine ich, es ist sehr schwierig zwischen normalen und auffälligem Verhalten eines sich noch in der Entwicklung befindenden Kindes zu unterscheiden. Wir Kinderärzte, die ihre Patienten aber von Kleinauf verfolgen, erkennen meist schon im Alter von 2 - 3 Jahren typische ADS Symptome und können die Eltern daraufhinweisen.

Es gibt Studien die Vorschulkinder in Hinsicht auf Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität untersuchten. In einer wurde den Eltern mit auffälligen Kindern eine ADS Schulung angeboten. 60% der Eltern nahmen die Empfehlungen für ihren Erziehungstil an, 40% taten dies nicht. Nach 5 Jahren wurden ein Teil der Kinder erneut auf ADHS untersucht. Dabei hatten 48% der Kinder, die keine frühe Intervention erfuhren, ADHS und nur 33% der Kinder von geschulten Eltern. Allerdings waren die Zahlen nicht signifikant. Anders jedoch wenn man die Familien mit ADHS in der Vorgeschichte berücksichtigte. Hatte ein Elternteil ADS, so hatten alle Kinder (100%) ADS wenn keine Schulung stattgefunden hatte und nur 37% der Kinder in den Familien mit frühzeitiger Intervention. Und dies waren auch signifikant weniger.

Diese Studien lassen den Schluß zu, dass besonders in Familien, in denen ein Mitglied ADHS - Symptome zeigt, eine frühe Intervention sinnvoll erscheint. Zeigen Kinder im Vorschulalter Verhaltensauffälligkeiten in Hinblick auf ADS, macht es sicher auch Sinn, die Eltern zu schulen, die kein Erwachsenen ADS haben. Wenn es auch kein Möglichkeit gibt, bei einem 2-jährigen ADS zu diagnostizieren, halte ich es aber erst recht nicht sinnvoll zu warten, bis die Schwierigkeiten "ausgewachsen" sind und keine Hilfe anzubieten, nur weil die Diagnose ADHS erst mit 6 Jahren gestellt werden kann.

F Woher kommt ADS?
A Obwohl die genaue Ursache der Erkrankung nicht bekannt ist, zeigen neuere Forschungen eine geringere Gehirnaktivität in bestimmten Hirnarealen von Menschen mit ADHS als bei Menschen ohne ADHS. Die Botenstoffe (Neurotransmitter) zwischen den Nervenzellen sind bei ADHS vermindert oder sie arbeiten anders.
F Verursacht eine "falsche Erziehung" ADS?
A Eine problematische Erziehung verursacht kein ADS. Ein Kind mit ADS zu erziehen kann sehr frustrierend und ermüdend sein und erzeugt oft eine schlechte Stimmung in der Familie. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass diese Spannungen eine Folge des ADS - Verhaltens sind und nicht die Ursache von ADS.
F Gibt es einen Test, der ADS beweist?
A Zur Zeit gibt es keinen Test, der zeigt, ob jemand ADS hat oder nicht. Viele von den Tests, die es gibt sind auf das Verhalten ausgerichtet und die Ergebnisse sind sehr subjektiv. Es gibt es einen online Fragebogentest zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten bei Schul- und Vorschulkindern. Auf diesem Gebiet wird viel geforscht und es ist zu hoffen, dass in ein paar Jahren uns eine bessere Möglichkeit zur ADS-Diagnostik zur Verfügung steht.
12 Dinge, die ein Schüler mit ADS seinen Lehrer wissen lassen möchte :
  1. Ich vergesse wirklich manche Dinge, ich versuche nicht arrogant zu sein.
  2. Ich bin wirklich nicht dumm.
  3. Ich mache meine Hausaufgaben vollständig. Es ist leicht für mich, lose Blätter zu verlieren, sie zu Hause zu lassen und ich kann sie manchmal nicht rechtzeitig finden. Könnte ich meine Hausaufgaben in einem Notebook machen, wäre es für mich viel leichter und sie gingen nicht so leicht verloren. Einzelne Blätter sind schwierig zusammen zuhalten (einmal hat sie meine Mutter im Brotkorb gefunden, als ich schon auf dem Weg zur Schule war).
  4. Wenn ich die gleiche Frage wieder stelle oder viele Fragen habe, mache ich das nicht aus Langeweile. Ich versuche angestrengt zu verstehen und mich zu erinnern, was Sie gesagt haben. Bitte seien Sie geduldig mit mir und helfen Sie mir.
  5. Ich möchte gut sein. Ich habe oft in der Schule versagt und es frustriert mich. Mein Ziel ist es, mein Bestes zu geben und die Schulzeit gut zu bestehen.
  6. ADS ist keine Entschuldigung. ADS gibt es wirklich und beeinträchtigt meinen Denkprozess. Ich wäre gerne "normal" und wäre gerne in der Lage, mich gut zu erinnern und leicht zu lernen. Ich finde es nicht toll "anders" zu sein und mache mir keinen Spaß daraus.
  7. Ich brauche Ihre Hilfe, um zu bestehen. Es ist nicht immer einfach für mich, um Hilfe zu bitten und manchmal fühle ich mich dumm beim Fragen. Seien Sie geduldig bei meinen Versuchen und bieten Sie Ihre Hilfe an.
  8. Bitte sprechen Sie mit mir über mein Fehlverhalten nicht vor der Klasse, stellen Sie mich nicht vor der Klasse bloß, wenn ich schwach bin.
  9. Mir fällt es leichter zu lernen, wenn ich einen genauen Anhalt habe, was Sie erwarten. Wenn Sie Pläne aufgrund von äußeren Einflüssen ändern, helfen Sie mir, mich diesen Veränderungen anzupassen. Es dauert bei mir etwas länger, mich auf neue Situationen einzustellen. Strukturen und klare Regeln sind eine Hilfe für mich.
  10. Ich mag keine besonderen Ausnahmen für mich.
  11. Lernen Sie alles über ADS / ADHS. Lesen Sie alle Informationen, die Sie bekommen können und finden Sie heraus, wie Kinder mit ADS lernen und was es leichter für sie macht.
  12. Und denken Sie immer daran, dass ich eine Person bin mit Gefühlen, Bedürfnissen und Zielen. Dies ist genauso wichtig für mich wie für Sie.

Hinweis

Die auf dieser Webseite zur Verfügung gestellten Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte oder Psychiater angesehen werden. Der Inhalt der Web-Seiten und die Auswertung persönlicher Daten durch das ADHS-Monitoring Programm kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.